Whitebox-Lehmann-Studie: So reist Österreich, so bucht Österreich

Signifikant bessere Hotelbeurteilung durch Sterneklassifizierung
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Wien, 15.11.2017

So reist Österreich, so bucht Österreich

Signifikant bessere Hotelbeurteilung durch Sterneklassifizierung 

(Wien, 15.11.2017) Die topaktuelle Studie des Linzer Marktforschungsunternehmens Whitebox und der Willy Lehmann Markenagentur über das Reise- und Buchungsverhalten der Österreicher hat die wichtigsten Informationsquellen erforscht. Allen voran sind dies die Unternehmenswebsite, Bewertungen auf Buchungsplattformen, die Meinung von Freunden oder Verwandten und die Sterneklassifizierung. Geht es um die Glaubwürdigkeit der Information, also das, worauf Frau und Herr Österreicher vertrauen, wenn Sie die Buchungsentscheidung treffen, liegt die Mundpropaganda durch Freunde, Bekannte und Verwandte vor Bewertungen auf Buchungsplattformen und der Sterneklassifizierung.

Die Sterneklassifizierung hat mehr denn je ihre Berechtigung. Sie liegt zwar hinsichtlich Reichweite und Glaubwürdigkeit knapp hinter den Gästerezensionen auf den Buchungsplattformen, hat aber für die Beurteilung eines Angebotes größte Relevanz. So weist die Whitebox-Lehmann-Studie nach, dass ein Hotel anhand fast aller Kriterien positiver beurteilt wird, wenn es mit einer Sterneklassifizierung anstelle einer vergleichbaren Gästebewertung beworben wird. Zudem kommen für mehr als 70 Prozent der Privatreisenden erst Hotels mit drei oder mehr Sternen in Frage, bei Geschäftsreisenden sind es sogar 80 Prozent.

Für die Studie wurden zwischen Ende Juni und Anfang Juli 2017 rund 800 Teilnehmer mittels Onlinebefragung interviewt. Erhoben wurden die Entscheidungskriterien bei Reisebuchungen, das Vorgehen bei der Informationsbeschaffung, das Reiseverhalten im Inland und die Beliebtheit der Unterkunftsarten. Die Stichprobe besteht aus 71 Prozent Frauen und 29 Prozent Männern. Wien ist mit 21 Prozent gewichtet. Es wird somit die Repräsentativität für Österreich gewährleistet.

Die Studie „So reist Österreich –  so bucht Österreich: Informationsquellen, Entscheidungskriterien und Buchungsverhalten“ wurde als Eigenstudie von Whitebox in Zusammenarbeit mit der Willy Lehmann Markenagentur erstellt. Die Präsentation erfolgt in Kooperation mit dem Fachverband Hotellerie im Rahmen einer Pressekonferenz am 15. November in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Beurteilung bei Sterneklassifizierung um acht Prozent besser

Die Teilnehmer der durchgeführten Onlinebefragung wurden entsprechend der experimentellen Logik zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Beide Gruppen wurden mit der Kurzbeschreibung eines Hotels konfrontiert und hatten die Aufgabe, das Hotel anschließend zu bewerten. In einer Gruppe wurde das Hotel mit vier Sternen beworben, in der anderen mit einer Bewertung von achteinhalb von zehn möglichen Punkten basierend auf 265 Gästebewertungen. Mit Sterneklassifizierung erhielt das Hotel bei acht von neun Kriterien eine bessere Beurteilung. Durchschnittlich belief sich der Unterschied auf 0,2 Grad im Schulnotensystem. Das entspricht einer acht Prozent besseren Bewertung bei Sterneklassifizierung. Bei den Kriterien Komfort, Sauberkeit und Ausstattung Betrug der Unterschied sogar 0,3 Grad. Lediglich das Restaurant wurde von beiden Gruppen im Schnitt gleich bewertet.

Nutzungshäufigkeit versus Glaubwürdigkeit

Die Website des Hotels und die Buchungsplattformen werden mit Abstand am häufigsten zur Informationsbeschaffung genutzt. Bevor gebucht wird rufen 70 Prozent die Website und 67 Prozent die Buchungsplattform auf. 75 Prozent der Befragten haben zudem schon mindestens einmal einen Bericht in einer Buchungsplattform geschrieben, 35 Prozent machen dies regelmäßig. Selten genutzt werden Medienberichte, die Tourismusinfo am Urlaubsort, Magazine und Zeitschriften, das Reisebüro sowie Veranstaltungen und Messen.

Bei der Glaubwürdigkeit haben Freunde, Bekannte und Verwandte die Nase vorne. Im Schulnotensystem wird diese Informationsquelle mit 1,6 bewertet. An zweiter Stelle folgen Buchungsplattformen mit einer Bewertung von 2,2 und die Sterneklassifizierung mit 2,3. Werbematerialien wie Prospekten und Katalogen, Medienberichten, Magazinen und Zeitschriften, sozialen Netzwerken sowie Veranstaltungen und Messen wird die geringste Glaubwürdigkeit zugeschrieben.

Lage und Hotelbewertung als wichtigste Entscheidungskriterien

Bei der Buchung eines Hotels ist die Lage – z.B. direkt am See, in der Stadt, an der Skipiste – für 75 Prozent der Befragten zumindest wichtig, für 39 Prozent sogar sehr wichtig. Eine sehr gute Hotelbewertung auf Buchungsplattformen ist für 78 Prozent zumindest wichtig, für 36 Prozent sehr wichtig. Die Möglichkeit, Haustiere mitzunehmen, und Barrierefreiheit spielen bei der Buchung eine untergeordnete Rolle.

Obwohl die Sterneklassifizierung nur für 60 Prozent wichtig bzw. für 24 Prozent sehr wichtig ist, zeigen die Ergebnisse, dass bei Privatreisen für 72 Prozent der Befragten erst Hotels ab drei Sternen in die nähere Auswahl kommen. Für 23 Prozent müssen es sogar vier Sterne und mehr sein. Bei Geschäftsreisen liegt die Latte noch höher. Hier sind für 80 Prozent drei Sterne und mehr ein Muss. Für 40 Prozent müssen es vier Sterne und mehr sein.

Hotel als beliebteste Unterkunftsart

Für 73 Prozent der Befragten gehören Hotels zur beliebtesten Unterkunftsart, gefolgt von Privatzimmern und Pensionen mit 36 Prozent sowie Ferienwohnungen mit 27 Prozent. Hier gibt es kaum Unterschiede hinsichtlich des Alters. Vor allem Airbnb-Unterkünfte aber auch Ferienhäuser, Campingplätze und Jugendherbergen sind bei unter 35-Jährigen beliebter als bei Älteren.

Reisen in Österreich geplant, aber oft noch nicht gebucht

Die Österreicher reisen gerne im eigenen Land. Mehr als dreiviertel der Teilnehmer gaben an, dass eine Reise innerhalb Österreichs binnen der nächsten Monate zumindest wahrscheinlich bzw. für fast die Hälfte schon sicher ist. Aber nur 36 Prozent haben auch schon eine Unterkunft gebucht. 27 Prozent planen zwar eine Reise, haben aber die Unterkunft noch nicht gebucht.

Über Whitebox

Das Linzer Marktforschungsunternehmen Whitebox beschäftigt sich mit den drei UnternehmensschwerpunktenMarktforschung, Mystery Shopping und Unternehmensberatung. Geschäftsführerin Daniela Höllerbauer und Studien-Autorin Sabine Postlmayr präsentierten im Rahmen eines Pressegespräches in der Wirtschaftskammer Wien am 15. Novemberdie Studie „So reist Österreich – so bucht Österreich: Informationsquellen, Entscheidungskriterien und Buchungsverhalten“, eine Eigenstudie von Whitebox in Zusammenarbeit mit der Willy Lehmann Markenagentur.

Erfolgsstory Sterneklassifizierung in Österreich

Österreich nimmt bei der Hotelklassifizierung – gemeinsam mit der Schweiz – eine absolute Vorreiterrolle in Europa ein. Bereits in den 1950-er Jahren gab es hierzulande die ersten Klassifizierungssysteme – lange Zeit national, mittlerweile international. 2009 war Österreich Gründungsmitglied der Hotelstars Union (HSU), die für harmonisierteeuropäische Hotelklassifizierungsteht und bereits 17 Mitgliedsländer zählt. Mit der HSU verfügt Europas Hotelmarkt über ein zeitgemäßes, transparentes Klassifizierungssystem, das auf betrieblicher Praxis basiert und mit Objektivität und Verlässlichkeit punktet. Gerade vor dem Hintergrund der vielen Online-Buchungs- und Bewertungsplattformen ist dies unerlässlich. Seit 2015 ist das HSU-Generalsekretariat im WKÖ-Fachverband Hotellerie angesiedelt, der sich in Sachen Hotelklassifizierung stets als federführendes Kompetenzzentrum bewiesen hat.

Der Hotelstars Union gehören neben den Gründungsländern Deutschland, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, Tschechien und Ungarn auch Belgien, Dänemark, Estland, Griechenland, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta und Slowenien an. Das Produkt der Ländervereinigung ist ein harmonisierter Kriterienkatalog zur Hotelklassifizierung, um dem Gast und Hotelier mehr Transparenz und Sicherheit zu bieten. Nähere Information sind auf www.hotelstars.euzu finden.